Bereit fürs Semantic Web I – Structured Data Tools

Ende September stellte Google die Überarbeitung seines Rich Snippet Testing Tools vor, vergangene Woche konkretisierte die Suchmaschine seine Guidelines zur Nutzung von strukturierten Daten. Im ersten Teil unseres Blogbeitrags zeigen wir einige Tools, die man sich unbedingt ansehen sollte, wenn man ernsthaft strukturierte Daten in den Index befördern möchte. Im zweiten Teil geben wir Tipps zum richtigen Einsatz von Rich Snippets.

Wenn es um Rich Snippets geht, wird meist der wichtigste Aspekt dabei vergessen: Es dreht sich nicht vordergründig darum, einen Treffer in den Suchmaschinen durch strukturierte Daten hübsch zu illustrieren. Es geht vielmehr darum, eine Website zukunftsfähig zu machen, denn mittel- und langfristig werden Suchmaschinen den semantischen Kontext des Inhalts stärker bewerten und dabei notgedrungen auf strukturierte Daten zurückgreifen. Wo die Reise hingeht, zeigen die letzten Algorithmus-Updates im August und September, in denen Google besonders emsig Verbesserungen an Universal Search und Knowledge Graph vornahm. Die Aufrüstung fürs Semantic Web ist bereits in vollem Gange, darum hier einige Infos, um mit der eigenen Seite in den SERPs mitzuhalten.

Google hat sein Rich Snippet Testing Tool einer Generalüberholung unterzogen und dabei auch eine Namensänderung vorgenommen: Das Rich Snippet Testing Tool heißt nun Structured Data Testing Tool. Damit dokumentiert Google, worauf es ankommt, nämlich nicht auf das (nicht immer gesicherte) Zustandekommen eines Snippets in den SERPs, sondern auf die präzise Grundlagenarbeit an der Datenbasis, die die Einblendung eines Rich Snippets erst wahrscheinlich macht.

Möglichkeiten zur Strukturierung von Daten (Microdata, Microformats, RDFa) gibt es schon seit einigen Jahren, doch erst jetzt lernen Suchmaschinen, Nutzen aus ihnen zu ziehen:

– Suchmaschinen können zusätzliche Daten zu vorhandenen indizierten Inhalten ziehen und verknüpfen

– Sie können direkt in diesen Metadaten Suchvorgange durchführen (z.B. Google Knowledge Graph)

– Strukturierte Daten sind Bindeglied zum Semantischen Web

Wer schon früher Daten mit Hilfe simplen HTMLs einband, z.B. in UL, OL oder TABLE, konnte in manchen Fällen beobachten, wie Google die Suchtreffer um die Tag-Inhalte erweiterte. Um künftig etwas zielgerichteter Rich Snippets zu bearbeiten, eignen sich folgende Tools:

Struktur-Helferlein: Tools für Rich Snippets

Langsam wächst das bisher kleine, überschaubare Biotop an Structured Data Tools zu einem dichten Dschungel heran. Webmaster und Marketer stehen vor der Qual der Wahl, wie sie strukturierte Daten ihrer Sites und Shops leichter steuern und Suchmaschinen zur Verfügung stellen können. Im Folgenden beschränke ich mich auf vier Tools; wer tiefer einsteigen will, dem sei die Tool-Liste im Semantic-Web-Wiki empfohlen.

Wie schaut’s aus? Google Structured Data Testing Tool

Das Ende September runderneuerte Structured Data Testing Tool erlaubt eine Vorschau auf das Suchergebnis, wie es theoretisch aussehen könnte auf Basis der vorliegenden Daten. Google garantiert zwar nicht, dass diese Informationen immer verwendet werden, überprüft jedoch beim Crawlvorgang die Website auf ausgezeichneten Content. Zu finden ist das Structured Data Testing Tool nicht ganz einfach in den Webmaster Tools: Der Pfad Google Labs > Autorenstatistiken > Andere Ressourcen führt direkt zu dem Tool.

Anmerkung am Rande: Google führt das eigentlich umbenannte Tool in den Webmaster Tools unter „Andere Ressourcen“ noch unter dem alten Namen, also nicht irritieren lassen.

Google Webmaster Tools Structured Data Dashboard

Ende Juli schon integrierte Google das Structured Data Dashboard in seine Webmaster Tools. Dieses Tool knüpft da an, wo das Testing Tool aufhört. Kann man in dem einen feststellen, wie das Snippet aussieht (oder aussehen könnte), erlaubt das Dashboard einen Blick auf die Performance der Rich Snippets in ihrem Einsatz in den SERPs. Im Gegensatz zu dem Testing Tool ist der Menüpunkt “Strukturierte Daten” nicht im Bereich Google Labs angesiedelt, sondern als festes Feature im Bereich Optimierung in die Webmaster Tools integriert worden. Hilfreich ist das Dashboard besonders dann, wenn überprüft werden soll, ob Google neue Auszeichnungen erfasst hat oder um Probleme mit vorhandenen Auszeichnungen zu entdecken.

Tools abseits von Google: WordLift und Open Calais

Mit WordLift steht ein Plugin für WordPress zur Verfügung, das Texte automatisch analysiert, zu semantischem Code/Markup abstrahiert und als strukturierte Daten dem HTML des Contents hinzufügt. WordLift nutzt IKS (Interactive Knowledge Stack) und steht für die WordPress-Versionen ab 3.1 zur Verfügung.

Open Calais ist ein kostenloser Webservice, der automatisch semantische Metadaten aus eingegebenen Texten generiert und zeitnah zur Integration in die Webseite zurückliefert. Calais analysiert dabei Dokumente und identifiziert darin Sinneinheiten. Die Macher von Calais bzw. dessen kostenlosen Derivats OpenCalais versprechen, dass die Software über die klassische Wortidentifikation hinausgeht und verknüpfte – und sogar verborgene – Fakten und Ereignisse innerhalb des Textes erschließt.

Es gibt natürlich weitere Tools, die jedoch kostenpflichtig sind, aber für Tests sehr interessant sind, z.B. AlchemyAPI oder Language Computer.

Soviel fürs Erste zu den Tools, die sich anbieten, um in die Snippet-Optimierung durch strukturierte Daten einzusteigen. Im zweiten Teil werden wir uns einige Best Practices in Bezug auf strukturierte Daten anschauen…

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