Google Friend Connect vs. Facebook Connect

Ob Google im Schönheitswettbewerb der Social Communities um die Daten… pardon, Aufmerksamkeit und Gunst der User gegenüber MySpace und Facebook die Nase vorne haben wird, muss sich erst noch erweisen. Einen Schritt dorthin hat Google diese Woche getan, denn mit Friend Connect will Google auf Basis offener Standards die Verbreitung (in diesem Sinne durchaus: Sozialisierung) seines Dienstes vorantreiben. Allerdings hat Facebook sofort gekontert und sein Facebook Connect fast zeitgleich upgedatet.

Was will Google mit Friend Connect auf OpenID-Basis? Google Produktmanager Mussie Shore drückt es so aus: “Enter Google Friend Connect.This new service, announced as a preview release tonight at Campfire One, lets non-technical site owners sprinkle social features throughout their websites, so visitors will easily be able to join with their AOL, Google, OpenID, and Yahoo! credentials. You’ll be able to see, invite, and interact with new friends or, using secure authorization APIs, with existing friends from social sites on the web like Facebook, Google Talk, hi5, LinkedIn, orkut, Plaxo, and others. And quite simply, you’ll be able to do things together.”

Neu ist Friend Connect nicht, denn es wurde bereits im Mai im Rahmen eines geschlossenen Betatests bereitgestellt. Seit dieser Woche ist der Dienst eine offene Beta und stellt Widgets zur Verfügung, über die Website-Betreiber und Blogger ihren Nutzern eine Vernetzung untereinander und eine leichtere Weitergabe ihrer Profildaten ermöglichen ermöglichen können.

Facebook, neben MySpace eines der erfolgreichsten sozialen Netzwerke, geht mit seinem Ansatz Facebook Connect in direkte Konkurrenz zu Googles Friend Connect. Nicht nur aus sportlicher Rivalität will Facebook inkompatibel zur Google-Sphäre sein, sondern will auch eine Alternative zu OpenID sein. Dabei erlaubt der Dienst Facebook-Nutzern, sich auf anderen Website mit ihrem Facebook-Account anzumelden und ihre Profildaten dort zu nutzen. Vorausgesetzt natürlich, diese unterstützen Facebook Connect.

Da wird selbst dem unbegabtesten Webstrategen klar, dass sich Facebook & Google ein Rennen darum liefern, wer künftig den mächtigsten Door opener zu vielen verschiedenen Webseiten haben wird. Charmant ist an dieser Vorstellung nur der Bequemlichkeitsaspekt, wenn man Zugang zu unterschiedlichen Seiten und Diensten über seinen Facebook-Account erhält, ohne sich ständig neue Passworter, Benutzernamen etc. ausdenken zu müssen. (Aber seien wir mal ehrlich: Das Persönlichkeitsspiel mit unterschiedlichen Identitäten ist doch das Salz in der Websuppe…)

Allerdings geht Facebook Connect dabei Schritt weiter als Googles OpenID: Nutzer sollen die Möglichkeit haben, Dritten den Zugriff auf ausgewählte Profildaten und Kontakte einzuräumen, was bei OpenID nicht ohne weiteres möglich ist.

In letzter Konsequenz bedeutet das auch, dass Facebook auch wieder von den über Connect auf anderen Seiten eingestellten Inhalten profitiert, denn diese verweisen wieder auf den jeweiligen Facebook-Account und spiegeln die Inhalte. Bei OpenIDs dezentralem Ansatz ist das so nicht möglich. Das besondere Schmankerl für Webseitenbetreiber besteht vor allem darin, dass die Nutzer nicht einfach nur Inhalte generieren, sondern über ihr Netzwerk weitere interessierte Nutzer mitbringen – und das ist ein bestimmt nicht zu unterschätzender SEO-Aspekt.

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