Hashtags auf Facebook

Hashtags auf Facebook – die Meldung ging durch alle (Online-) Medien. Nun steht das Feature schon über zwei Wochen zur Verfügung. Zeit, noch mal in Ruhe auf die Implikationen für Social Media Marketer und User zu schauen.

Für einige Facebook User waren die Hashtags nichts Neues. Auf Twitter gibt es die spezielle Form des Taggings schon seit Jahren: Jedem Begriff kann ein Rautezeichen (#) vorangestellt werden, er wird dadurch zum klickbaren Hashtag. Dadurch wird die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Thema ausgedrückt.

Neuere Online-Dienste wie Instagram oder Vine setzten bereits vor Facebook auf die beliebten Hashtags und erleichtern es ihren Usern dadurch, bestimmte Inhalte schnell zu finden. Facebook hat sich mit dem Schritt lange Zeit gelassen. Mitte des Monats wurde die Einführung von Hashtags im Facebook Newsroom bekannt gegeben. Eine erste Studie zeigt nun, dass die neue Möglichkeit von Unternehmen schon gut angenommen wurde.

Blick über den Tellerrand: Hashtags holen öffentlich geteilte Beiträge in die Timeline

Der große Mehrwert der Hashtags liegt darin, dass sie genau das leisten können, was der Newsfeed nicht imstande ist zu leisten.

  • Im Newsfeed bekommen wird die Beiträge unserer Freunde und der von uns gelikten Seiten zu sehen. Nicht jedoch komplett und auch nicht unbedingt chronologisch: Die Auswahl und Priorisierung erfolgt über den Facebook-Algorithmus EdgeRank.
  • Die Hashtag-Suche ermöglicht nun detaillierte Einblicke in die Usermeinungen der gesamten Community. Klicken wir auf einen Hashtag, werden uns nicht nur die entsprechenden Einträge unserer Freunde, sondern auch alle öffentlich geteilten Beiträge gezeigt.

Besonders für die Nachrichtenwelt bieten Hashtags eine hervorragende Möglichkeit, Informationen schnell und vor allem themenzugehörig zu verbreiten. Hashtags wie #btw13 zur Bundestagswahl 2013 werden schon seit langem intensiv auf Twitter verwendet. Es wird also interessant zu beobachten sein, wie Parteien und Medien im kommenden Wahlkampf auf Hashtags zurückgreifen, um User noch effizienter zu erreichen. Von den größeren Parteien hat die SPD am schnellsten reagiert und den Hashtag #100Tage in ihr Coverfoto mit aufgenommen.

Doch Facebook plant bereits weitere Features: In Zukunft soll auch, ähnlich wie bei Twitter, eine Übersicht mit den Trending Hashtags zur Verfügung stehen. Diese wird Usern und Webanalysten helfen, sich schnell einen Eindruck von den aktuell diskutierten Themen innerhalb der Facebook Community zu machen.

Ganzheitliche werben: ein Hashtag für alle Plattformen

Auch werbetechnisch bieten Hashtags neue Möglichkeiten. AllFacebook.de beschreibt die Einführung der Hashtags als „kleinen Schritt für den Nutzer, aber einen großen Schritt für Facebook“. Im aktuellen Ad Tool von Facebook können Interessen der User durch die Verwendung von Hashtags bereits gezielt angesteuert werden. Der logische nächste Schritt wäre nun die Realisierung von Echtzeit-Anzeigen auf Facebook. Es sollte uns also nicht überraschen, wenn Facebooks Werbung in Zukunft noch stärker personalisiert und auf die verwendeten Hashtags der User und deren aktuelle Interessen abgestimmt ist.

Besonders spannend erscheint die Option, endlich eine ganzheitliche Online-Werbestrategie zu fahren und dabei auf ein #Keyword zu setzen, das sowohl online als auch offline verbreitet werden kann. Ein Sportnachrichtensender könnte beispielsweise in Zukunft eine Kampagne zu einem Sportevent auf allen populären Social-Media-Kanälen mit ein und demselben Hashtag umsetzen. Dies hätte einen enormen Brandingwert für Unternehmen.

Werbekampagnen auf verschiedenen Plattformen können nun mit dem gleichen Hashtag realisiert werden

Für Unternehmen geht es jetzt darum, prägnante Hashtags zu wählen und sie werbewirksam einzusetzen, aber auch darum, sie natürlich zu verwenden und sich dem Sprachgebrauch der Community anzupassen. Ein wichtiger Punkt dabei: „Now that hashtags are on Facebook let us vow to not overuse them.“

Vadim Lavrusik Facebook Status Update vom 12. Juni 2013

Vadim Lavrusik Facebook Status Update vom 12. Juni 2013

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