Mobile Search interessant fürs B2B-Marketing?

Mobile Dienste sind nicht nur in der amerikanischen Blogging-Welt ein heißes Thema, das steht fest. Am 18. und 19. Oktober 2007 finden, diesmal wieder in München, die Mobile Content Tage statt. Lohnt es sich dort hinzugehen? Mit Sicherheit! Der etablierte Kongress ist die richtige Anlaufstelle, für alle, die sich für mobile Anwendungen interessieren und richtet sich an Leute aus alle Branchen.

Wirklich aus allen Branchen? An diesem Punkt stellt sich für mich die Frage, wie relevant mobile Dienste, besonders die mobilen Suchdienste, für den B2B-Handel sein können. Laut einer Studie von Marketing Sherpa lesen 64% der B2B-Entscheider ihre e-Mails unterwegs auf ihrem Handy. Das ist praktisch und verkürzt lange Wartezeiten, z.B. wenn man mal wieder am Flughafen auf sein Flugzeug warten muss. Aber wie sieht es mit der mobilen Suche aus? Wie viele B2B-Entscheider suchen unterwegs nach Produkten oder Dienstleistungen? Diese Frage hat sich auch Jon Miller in seinem Blog auf searchenginemarketing.com gestellt.

Auch für komdat.com ist dies eine interessante Frage, da Mobile Ads natürlich auch zum Produktportfolio der Agentur gehören und sich diese immer größerer Beliebtheit erfreuen. Also wie sieht es nun aus mit den B2B-Händlern?
Es liegt auf der Hand, dass man, egal aus welcher Branche, zu seinem Handy als täglichen Begleiter oft eine stärkere Bindung aufbaut als zu seinem Computer, den man meistens nach Arbeitsschluss nicht mehr sehen will. Das Handy ist überall dabei und ermöglicht dadurch große Flexibilität, besonders im Bereich der mobilen Suche.

Die Keywordsuche über das Mobiltelefon richtet sich jedoch meistens nur auf akute Bedürfnisse und nicht auf B2B-relevante Informationen. Meist suchen die Leute nach Wegbeschreibungen, Adressen, dem Kinoprogramm oder aktuellen News, nicht aber nach Informationen über Produkte und Dienstleistungen. Das B2B-Suchverhalten ist nicht zu vergleichen mit der B2C-Suche. Deshalb ist es für Werbetreibende schwieriger im B2B Erfolge mit ihren Anzeigen zu erzielen. Schwieriger, aber sicherlich nicht unmöglich. Der Kaufprozess im B2B ist in der Regel anders als der des B2C. Er erstreckt sich über einen längeren Zeitraum und kann bis zu ein paar Monate dauern. In den frühen Phasen des Buyer’s Cycles werden zunächst ausschließlich und ganz intensiv Informationen zu den entsprechenden Produkten oder Dienstleistungen gesucht. Dies macht man in der Regel nicht im Zug oder am Flughafen, so auch die Erkenntnisse von Jon Miller. Oder vielleicht doch? Eher nicht. Wenn man sich über etwas informiert, geschieht dies meistens an einem ruhigen Ort, an dem man sich auch voll und ganz auf die erhaltenen Informationen konzentrieren kann. Und welcher Ort wäre dazu besser geeignet als der Arbeitsplatz am PC?

Zudem ist es ein Kennzeichen der mobilen Suche, dass man im Gegensatz zur Suche am Computer eher weniger Suchbegriffe benutzt. Im B2B sind aber meistens komplexere Keywords nötig, damit man dort landet, wo man hin will. Werden dann die Suchergebnisse ausgeliefert, klicken mobil Suchende meist nur ein einziges Mal. Am Computer hingegen werden mit vielen Klicks genau die richtigen und passenden Informationen gesucht und auch gefunden.

Was kann man daraus also für Schlüsse ziehen? Ist die Spontaneität der mobilen Suche nicht mit der gut durchdachten Planung der B2B-Händler zu vereinbaren? Nein, sicherlich nicht. Die mobile Suche ist noch relativ jung und sieht in eine vielversprechende Zukunft. Die Barriere, die dabei aber überwunden werden muss, ist der Gedanke, dass mobile Suche gleichbedeutend mit privater Suche ist und dass die B2B-Suche immer am PC stattfinden muss. Die größte Herausforderung für die Werbetreibenden wird wohl sein, dass auf den Landing-Pages, die B2B-Marketer ansprechen sollen, auch die Einfachheit und Spontanität von Mobile Search wieder zu finden ist. Sprich, keine ewig langen Formulare, die sowieso niemand über sein Handy ausfüllen würde, weil es einfach viel zu mühsam ist. Die mobile Suche spricht in erster Linie natürlich B2C-Sucher an, weil sie perfekt passend für den privaten Gebrauch ist. Aber dies ist noch lange kein Grund dafür, dass sich Mobile Search nicht auch im B2B-Marketing etablieren kann.

Isabelle Rupprecht

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