Nachgetreten: Die WM 2014 und die wunderbare Welt der Suchtrends

Was für eine Weltmeisterschaft! Im Nachhinein hat man es schon immer gewusst, es war alles so kristallklar, dass es hätte gar nicht anders kommen können! Der Jubel hat sich inzwischen gelegt, die Welt ist mehr oder weniger in Ordnung wie immer, und das deutsche Vier-Sterne-Team hat sein Niveau als Sieger unter dem Stichwort „Gaucho“ unter Beweis gestellt. komdat.com blickt aus sicherer zeitlicher Entfernung auf die Zahlen des Spektakels – und zwar aus Sicht der Suchmaschinen und Sozialen Netzwerke.

Während der WM 2010 in Südafrika hatte Krake Paul sich als treffsicheres Orakel erwiesen. Bei der WM 2014 wollten die Datenkraken Google und Bing in nichts nachstehen und buhlten um die Genauigkeit ihres Analyseapparats. Google irrte sich im Viertelfinale, am Ende zeigte sich Bing gegenüber Google mit 15 zu 14 korrekt vorhergesagten Ergebnissen als eindeutiger Sieger in der Vorhersage der WM-Ergebnisse. Ob es daran lag, dass Bing seine Vorhersagen mit anderen Prognosen abglich, beispielsweise von Buchmachern, quasi ein Rückgriff auf analoge Schwarmintelligenz?

Vier Fakten, die die Einordnung des Events erleichtern:

  1. Auch mit vier Sternchen: Hauptsponsor Adidas kann nicht von der WM profitieren
  2. Keine langfristige Trendsteigerung: Der WM-Dornröschenschlaf
  3. Soccer bleibt Soccer, und Football bleibt Football
  4. Vorschusslorbeeren halten nicht lange: Scolari vs. Löw

Adidas kann nicht von der WM profitieren

Die WM 2014 hat sich in manchen Dingen entgegen den Erwartungen entwickelt: Adidas war Sponsor des Spektakels in Brasilien und kann sich nach dem Sieg des deutschen Teams erneut mit einem Weltmeister als Werbeträger schmücken. Aber konnte Adidas davon in den Suchmaschinentrends profitieren? Die Antwort: Nein, denn Hauptkonkurrent Nike löste mehr Suchaktivität zwischen Eröffnungsspiel und Finale aus als die Herzogenauracher. Sagt Google Trends.

Google Suchtrends: Adidas vs. Nike

Google Suchtrends: Adidas vs. Nike

Der WM-Dornröschenschlaf

Alle vier Jahre kommt der Blatter. Dann ist wieder Ruhe. Ungefähr so könnte man beschreiben, was der Event für den Weltverband einerseits und für den Austragungsort andererseits bedeutet.  Userinteresse und Suchanfragen im Internet erarbeiten sich kein neues Plateau, sondern gehen wieder auf das Ausgangsniveau zurück.

Google Suchtrends: Fifa vs. Brazil

Google Suchtrends: Fifa vs. Brazil

Über den 90-Tage-Verlauf hinausgeblickt ergibt sich für den 10-Jahrestrend durchaus eine leichte Steigerung für den Begriff „FIFA“. Für „Brazil“ geht die Trendkurve eher leicht nach unten, und das bereits seit Jahren:

Google Suchetrend 10 Jahre: Fifa vs. Brazil

Google Suchetrend 10 Jahre: Fifa vs. Brazil

Soccer bleibt Soccer, und Football bleibt Football

Es gibt Gegenden auf der Welt, da wird Fußball nicht mit Fuß und Ball gespielt. Während der WM in Brasilien bestand kurzzeitig berechtigte Hoffnungen, dass sich dies ändern könnte. Aber die Trendumkehr während des Turniers war nur von begrenztem zeitlichen Umfang und umfasste sicherlich nur die Dauer der Teilnahme des US-Teams:

Google Suchtrend: Soccer vs. Football

Google Suchtrend: Soccer vs. Football

Vorschusslorbeeren

So kann ein Karriereknick aussehen: Felipe Scolari galt die Suchleidenschaft der fußballinteressierten Google-User kurz vor Anstoß jenes denkwürdigen Halbfinales am 8. Juli. Sein Renommée als Fußballlehrer war noch nicht angekratzt. Acht Tore später wollten die User mit weitaus mehr Intensität wissen, wer sein Gegner war.

Google Suchtrend: Felipe Scolari vs. Jogi Löw

Google Suchtrend: Felipe Scolari vs. Jogi Löw

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