Nachgetreten: Nationalmannschaften erfahren Social Media Boom durch WM

Spätestens seit der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hat sich Facebook für Verbände und Nationalmannschaften zu einem weiteren Werbe- und Kommunikationskanal entwickelt, über den Interviews, Sponsorentermine und Teaminterna meist professionell publiziert und verbreitet werden. Von den noch im Viertelfinale vertretenen Teams betreiben sieben Mannschaften eine Facebook Page – Einzige Ausnahme: Kolumbien.

Argentinien mit ~60% Fanwachstum auf Facebook

Alle sieben Nationalmannschaften konnten für den untersuchten Zeitraum (24. Juni – 23. Juli) starke Wachstumswerte aufweisen. Besonders sticht dabei Argentiniens Facebook Page hervor: Fast 60% Wachstum innerhalb eines Monats. Sportlicher Erfolg und konsequente Social Media Arbeit führen zu diesem starken Anstieg. Schlusslicht der Wachstumstabelle ist die brasilianische Nationalmannschaft – Auf, im Vergleich gesehen, extrem hohen Ausgangsniveau (mehr als fünf Millionen Fans am 24. Juni) gestartet, war die Seleção Brasileira beim Thema Wachstum keine Weltklasse.

Die deutsche Fußballnationalmannschaft startete mit mehr als drei Millionen Fans ähnlich wie Brasilien auf einem hohen Niveau. Während des Turniers stieg die Zahl der Fans des DFB Teams um 34,57% auf über vier Millionen Supporter an. Beim DFB hatte man sich anscheinend gut auf den zusätzlichen Kommunikationskanal vorbereitet: Facebook wurde regelmäßig und hauptsächlich mit visuellem Content versorgt, um so Emotionen, Leidenschaft und Einblicke ins Turnierleben zu transportieren.

Facebook Fanwachstum der Viertelfinalteams

Facebook Fanwachstum der Viertelfinalteams

Deutschlands Fanpage profitiert von Halbfinale und Finale

Während die Fanpage der Brasilianischen Nationalmannschaft nach der Anfangsbegeisterung zu Beginn des Tuniers relativ konstantes Wachstum verzeichnet, lässt sich beim direkten Vergleich schnell erkennen, dass Deutschland durch das Halbfinale gegen Brasilien und das Finale gegen Argentinien überdurchschnittliches Fanwachstum generieren konnte. Nach dem 7-1 gegen den Gastgeber konnte die Fanpage des DFB Teams innerhalb eines Tages circa 100.000 neue Fans verzeichnen. Noch erfolgreicher waren nur die drei Tage nach dem gewonnen Finale der Fußballweltmeisterschaft: Innerhalb von 72 Stunden gewann die Fanseite über 500.000 neue Fans dazu.

Facebook Fanwachstum Deutschland vs. Brasilien

Facebook Fanwachstum Deutschland vs. Brasilien

Neuer Kommunikationskanal hat sich endgültig etabliert

Für Marken haben sich Social Media Kanäle, wie Facebook, Twitter oder Instagram, zu etablierten Kommunikationsplattformen entwickelt. Über diese erreichen sie Fans und Medien im Gegensatz zu früher direkt. Immer häufiger greifen Sportler oder Vereine auf selbst betriebene Social Media Accounts zurück, um so ihre Zielgruppen mit Informationen zu versorgen und Inhalte sowie Diskussionen besser beeinflussen zu können.

Ausländische Top Mannschaften wie Barcelona oder Manchester United waren in Sachen Social Media sicherlich die Vorreiter. Es ist spannend zu beobachten, wie nun auch deutsche Vereine und die Nationalmannschaft verstärkt auf digitale Kanäle setzen, um User und Fans besser abzuholen.

Für Medien und Presseorgane haben sich Recherche- und Pressearbeit grundlegend verändert. Immer häufiger greifen Journalisten direkt auf Social Media Posts der Teams oder Sportler zurück und generieren so zeitnahen Mehrwert für den Leser.

Hinzu kommt, dass die Second Screen Experience immer verbreiteter und beliebter wird. Vor allem junge User haben sich daran gewöhnt, dass sie mit und über eine Marke jederzeit kommunizieren können. Spielszenen werden live kommentiert, Schiedsrichterentscheidungen bereits während des Spiels diskutiert und Bilder schon vor Spielende verbreitet.

Für Marken, ob im Sport oder in der Wirtschaft, ergeben sich dadurch neue Herausforderungen: Es bedarf einer professionellen Infrastruktur, um Medieninhalte zu produzieren und rund um die Uhr zu verbreiten, Kommunikationsstrukturen müssen angepasst und digitale User als gleichwertige Dialogpartner verstanden werden, die schnelle Antworten und regelmäßige Updates erwarten.

*Alle Zahlen beruhen auf Angaben des Social Media Monitoring Dienstes Social Bakers.

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