Recap Isarcamp 2013

„Share“ – bei diesem Stichwort geht es um weit mehr, als um den Klick auf einen Facebook-Button. Das wurde beim Isarcamp deutlich, das am 7. und 8. Juni in München stattfand.

Sessionplanung Isarcamp 2013

Sessionplanung Isarcamp 2013

„Sharecamp“ hätte man das Isarcamp auch nennen können – Inhalt und Form entsprechend: Ein Teil der Tagung fand als Barcamp statt, das Programm entstand spontan aus den Vorschlägen der Teilnehmenden. Ein Format, das in der Netz- gemeinde entwickelt wurde – nicht zufällig. Das Web ermöglicht Teilen, Teilhabe und Austausch in einer neuen Dimension. Diese Werte der Netz- gemeinde haben ein paar Geeks auf ein reales Treffen übertragen – das „Barcamp“ war geboren. Menschen kommen zusammen für einen offenen Austausch, genau wie in einem sozialen Netzwerk. Das erste Barcamp fand 2005 in Kalifornien statt. Um das Prinzip des Gebens und Nehmens, des Teilens und Beitragens ging es auch in den Vorträgen und Sessions des Isarcamps. Um das Teilen von (1) Waren und Dienstleistungen wie auch von (2) Informationen und Ideen.

Sharing – Waren und Dienstleistungen

„Collaborative Consumption“ heißt der neue Trend, mit dem Sharing-Plattformen eine neue Form des Konsumierens im Internet schaffen. Carsharing gewinnt an Bedeutung, aber auch Übernachtungsplätze, Schreibtische oder Essen werden geteilt. Matching über das Internet ermöglicht den Abgleich von Angebot und Nachfrage. Ein Beispiel auf dem Isarcamp war „Unser Parkplatz“. Auf deren Website wird die Sharing-Idee so erklärt:

„Sharing bedeutet, einen Parkplatz, eine Garage oder einen Stellplatz für eine vereinbarte Zeit zu teilen. Dies bringt Vorteile für den Autofahrer, der keine zeitaufwändige Parkplatzsuche mehr hat, aber auch den Parkplatzeigentümer, der Geld dafür bekommt.“

Die Implikationen sind weitreichend: „Teilen ist das neue Besitzen“ verkündet das Isarcamp-Plakat.

Sharing – Informationen und Ideen

Teilnehmende Isarcamp 201

Geben und Nehmen im Web:
“The more you share, the more you learn.”

Teilen von Information kann zunächst einmal schlicht eine intelligentere Form der Kommunikation sein, gerade auch in Unternehmen. Enterprise Social Networks stellen eine Alternative zum firmeninternen E-Mail-Chaos, zu Datenmüll und chaotischen Ordnerstrukturen dar. Die Kommunikation findet über Gruppen im firmeninternen Netzwerk statt. „70% weniger Mails“ habe er durch die Verwendung des Tools, so Stefan Donat, der zum Thema referierte.

Sharing betrifft aber genauso die externe Unternehmens-Kommunikation. Externe Communities – also Kundinnen und Kunden – können wertvolles Feedback geben und Produkte mitentwickeln, wie das Beispiel Lego zeigt. Einigkeit bestand auf dem Isarcamp darin, dass offene Kommunikationsstrukturen und Sharing Voraussetzung für Weiterentwicklung und Innovation sind:

„Um vorne zu bleiben, müssen wir die Innovationskraft unserer Unternehmen durch offenen Ideenaustausch und transparente Diskussion fördern.“ (Stefan Pfeiffer, IBM)

Teilhaben und Beitragen

Das Gegenstück zum Sharing heißt: Teilhaben und Beitragen. Das Netz bringt Menschen zusammen, die gemeinsam erreichen, was sie alleine nicht erreichen können. „Crowdfunding“ heißt die Methode, online Gelder zu sammeln und ein Projekt, zum Beispiel im Bereich Musik, vorzufinanzieren. Sogar gemeinsames Selbstmarketing ist kein Paradox, wie eine Session „Share Selbstmarketing – Kollegen statt Konkurrenz” des Fotografen Johannes Mairhofer zeigte.

In der Arbeitswelt gibt es den Trend zum hybriden Unternehmen. Katrin Hipper erläuterte, was dadurch möglich ist: ein Team verteilt auf mehrere Kontinente und Zeitzonen, flexibel und nach Bedarf zusammengestellt aus Freelancern.

Content: Aufwertung des Hochwertigen

(Kostenloses) Sharing stellt eine Herausforderung für diejenigen dar, die vom (kostenpflichtigen) Teilen von Informationen lebten – auch dieses alte Streitthema kam auf dem Isarcamp zur Sprache. Die Journalisten und Blogger Stephan Goldmann und Karsten Lohmeyer stellten in ihrer Session die Frage, wie sich Medienmacher am besten in der digitalen Welt aufstellen können. Dabei wurde deutlich, dass beim Bloggen „über die Bande spielen“ und der langfristige Aufbau eines „Content-Kontos“ aussichtsreicher ist als der Versuch der direkten Monetarisierung.

Banner Isarcamp 2013Danke an die Organisatoren für die gelungene Veranstaltung. Wir freuen uns auf weiteres Sharing auf einem Isarcamp 2014!

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