Sprachlich verspielt – Google Zeitgeist 2008

Der neue Zeitgeist ist da, und er wird nicht nur die SEOs inspirieren. (Hier ist geht’s zur vollständigen Liste von Google Zeitgeist .) Interessant ist diesmal nicht die Liste der am meisten gesuchten Begriffe (Most popular), sondern die der schnellst wachsenden Suchbegriffe (Fastest Rising). Denn dort tummeln sich in der Regionalliste für die deutschen Suchanfragen bei Google Zeitgeist die Namen von gleich fünf Web-2.0-Communities. Hier zum Vergleich:

Most Popular:
1. ebay
2. youtube
3. wetter
4. gmx
5. google
6. video
7. wikipedia
8.web.de
9.bild
10. telefonbuch

Fastest Rising:
1. wer kennt wen
2. juegos
3. facebook
4. schüler vz
5. studi vz
6. jappy
7. youtube
8. yasni
9. obama
10. euro 2008

Nebenbei bemerkt:

In Zeiten, in denen einigen politisch Verantwortlichen nix besseres einfällt, Energie, die für wesentlich nutzvollere Dinge verwendet werden könnte, auf das Konstrukt der Leitkultur zu verschwenden und gerne die deutsche Sprache verfassungsrechtlich bindend festschreiben möchten, könnte ein Blick auf die Suchmaschinen sicherlich erhellende Einblicke in den Gebrauch von Sprache geben (puh, was für ein Satz!).

Google Zeitgeist zeigt auf, was die Suchenden übers Jahr gerne finden würden. Und siehe da: Unter den “Fastest Rising”, neudeutsch könnte man das als “Newcomer” unter den Suchbegriffen bezeichnen, befindet sich das Wort “Juegos” an zweiter Stelle. Que pasa? Überfremdeln uns jetzt nicht nur Anglizismen, sondern auch Hispanizismen? Wie kam das nur zu Stande? Haben wir etwa wie die USA gleich nebenan einen spanischsprachigen Kontinent? Haben sich die spanischsprachigen Mitbürger alle abgesprochen und im Vergangenen Jahr wie verrückt nach spielerischem Zeitvertreib gesucht? Oder haben wir etwa eine verschworene Gemeinschaft von Gamern, die sich eine spanischsprachige Parallelwelt geschaffen haben? Dass es mit Juegos.de eine zwar mit deutscher Landeskennung versehene, aber komplett spanischsprachige Webseite zum Thema Computer-Games gibt, ist hier bestimmt keine Erklärung. Aber für SEOs sicherlich ein netter Denkanstoß, die Wirkung von Suchbegriffen anderer Sprachen bei der Traffic-Potenzialabschätzung einzubeziehen.

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