Webmastertools-Vergleich Teil III – Die Diagnosetools von Google, Bing und Yandex mit Featurevergleich

Im zweiten Teil des Webmastertools-Vergleich haben wir die unterschiedlichen Berichte kennengelernt. Dieser dritte und letzte Teil widmet sich interessanten Diagnosetools und der Feature-Übersicht.

Die Diagnosetools
In den beiden vorangegangen Teilen dieses Blogs hatte ich schon angedeutet, dass in den Webmastertools von Google, Bing und Yandex auch interessante Diagnosetools stecken.
Allen gemeinsam ist der Basis-Check, den Abruf einer Seite durch ein Bot zu simulieren. Er hilft, Zugriffsprobleme des Bots auf eine bestimmte Seite zu identifizieren und z.B. Header-Antworten des Servers an die Bots zu überprüfen. Google zeigt dann beispielsweise an, wenn ein Abruf wegen einer Sperre in der robots.txt missglückt ist. Bei Yandex findet man diese Option unter dem Namen „Server Response Check“ und Bing nennt sie treffend „Bingbot-Abruf“. Interessant ist bei Google und Yandex die Möglichkeit, die Serverantwort für verschiedene Bots (Web, Mobile etc.) zu testen, wenn man z.B. mit Hilfe von „device detection“ für Desktop- und Mobile-Endgeräte unterschiedliche Inhalte ausgibt. Google bietet zusätzlich unter „Instant Previews“ je einen Screenshot der Zielseite, wie sie in der Google-Vorschaufunktion der Desktop- und Mobile-Suche angezeigt werden. Alle drei Anbieter erlauben in diesem Zusammenhang auch, monatlich bis zu 50 neue oder geänderte URLs an den Index zu senden. Google hat außerdem sein “Rich Snippet Testing Tool” mittlerweile in “Structured Data Testing Tool” umbenannt. Damit es es möglich, verschiedene Rich Snippet- bzw. RDF-Formate in einer Zielseite zu testen und eine Vorschau des daraus generierten Snippets anzusehen. Während sich bei Google an diesem Punkt die Diagnosetools erschöpfen, geht es bei Bing noch weiter: Hier gibt es sogar einen eigenen Menüpunkt mit den Bereichen „Schlüsselwort-Recherche“, „Link-Explorer“, „Markup-Prüfer“, „SEO-Analysator“ und den schon erwähnten Bingbot-Abruf. Der Markup-Prüfer, der evtl. vorhandene zusätzliche HTML-Auszeichnungen nach dem Rich Snippet-Format (siehe schema.org) auf syntaktische Gültigkeit testet, ist unter verschiedenen Bezeichnungen in allen drei Webmastertools zu finden. Die Schlüsselwort-Recherche und der SEO-Analysator (beide noch in der Betaphase) gibt es jedoch nur in den Webmastertools von Bing. Die Schlüsselwort-Recherche ist ein vielversprechendes neues Keywordrecherchetool von Bing, ähnlich dem Keywordtool in Google AdWords. Der SEO-Analysator liefert eine Browservorschau der eingegebenen Ziel-URL, gibt Hinweise zur SEO-Optimierung und zeigt „SEO-Verstöße“-Fehler an. Letzteres orientiert sich an den Bing SEO-Richtlinien und Fehler, die hier auf Seitenebene angezeigt werden. Selbstverständlich sollte man sie auch dringend beheben, sollte das Tool entsprechende Fehlerhinweise geben. Yandex stellt keinen eigenen Diagnosetool-Bereich zur Verfügung, hat aber in den bereits erwähnten Berichten verschiedene Tools integriert. Warum evtl. Seiten nicht in den Index aufgenommen wurden, kann wie bei Bing an Richtlinien-Verstößen liegen, die in der Yandex-Webmaster-Hilfe aufgeführt sind.

Die Webmastertools-Feature-Übersicht
Abschließend noch eine kleine Übersicht (ohne Anspruch auf Vollständigkeit), welche Features in den jeweiligen Webmastertools vorhanden sind.

G=Google, B=Bing, Y=Yandex. Ein gelbes Ausrufezeichen bedeutet, dass das jeweilige Feature nur ansatzweise angeboten wird.

Fazit:
Alle drei Suchanbieter stellen uns umfangreiche und mittlerweile gut entwickelte Webmastertools inkl. API zur Verfügung. Viele Features finden sich mehr oder weniger in allen wieder. Yandex enthält zwar insgesamt etwas weniger Funktionen, dafür ist es sehr benutzerfreundlich und verfügt als einziges Tool über die geniale Möglichkeit, eigene Keywords in den Suchanfragenreport zu integrieren, um wöchentlich die Rankings abzufragen. Bing zeichnet sich durch ein sehr ansprechendes und übersichtlich gestaltetes Dashboard mit nützlichen Detailinformationen aus. Interessant ist auch das neue Keywordrecherchetool. Google hebt sich natürlich mit Spezialreports der hausgemachten Extras wie z.B. google+-Aktivitäten-Berichte und Autorenstatistiken von den Anderen ab. Und seit Neuestem präsentiert Google auch das Backlink-Ablehnen-Tool „Disavow“ , das Bing schon länger in den Webmastertools anbietet.

Wozu alle drei Webmastertools nutzen?
Natürlich ist Googles weltweite Dominanz als Suchmaschinenmarktführer relativ unangetastet. Aber es sprechen einige Gründe dafür, seine Domains bei allen drei Webmastertools anzumelden:

Für internationale und mehrsprachige Websites: Hier ist es vor allem dann ein Muss, wenn man Sprachvarianten in Russisch und Englisch hat. Yandex als Suchmaschine mit Sitz in der Russischen Föderation hat daheim entsprechend einen Marktanteil von rund 60%. Bing wird in den USA insgesamt zu 30% genutzt, denn die Bing-Engine steckt auch in der internen Facebooksuche und in Yahoo
Für regionale Sites: Sowohl Bing als auch Yandex holen mit verschiedenen Strategien international auf. Bing kooperiert beispielsweise mit Facebook und Baidu, Yandex ist in die Türkei expandiert und will auch den europäischen Markt erobern. Beide Suchanbieter werden auch in verschiedenen Sprachen genutzt. Interne Übersetzungsfunktionen helfen zusätzlich den Suchenden, auch fremdsprachige Website-Angebote zu finden und zu verstehen. Ihre Suchbots indexieren das gesamte Web.
Es kann sich also durchaus lohnen, zusätzlich zu Google auch in diesen Suchmaschinen gefunden zu werden. Warum auf möglichen Zusatztraffic verzichten?
Und schließlich geben die unterschiedlichen Analysetools und Reports interessante Einblicke in die Arbeitsweise und Kriterien der jeweiligen Suchmaschine und hilfreiche Tipps zur individuellen Optimierung, die gerade auch Experten der Suchmaschinenoptimierung und des Onlinemarketings interessieren.

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